Protesterklärung gegen die drohende Abschiebung unseres Kollegen und Freundes Alassa Mfouapon

Wir, die Azubis und Kollegen der Mediengruppe Neuer Weg GmbH, protestieren entschieden gegen die drohende Abschiebung unseres Kollegen und Freundes Alassa Mfouapon. Er macht bei uns eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton, er ist ein zuverlässiger und hilfsbereiter Kollege, er wird wegen seiner höflichen Art sehr geschätzt. Diese politisch motivierte Entscheidung muss umgehend zurückgenommen werden!

 

Alassa MfouaponAlassa ist durch seine unbeugsame Art und seinen Mut dem deutschen Staat ein Dorn im Auge. Dieser wünscht sich unterwürfige, gefügige Geflüchtete, welche stillschweigend hinnehmen, wie über ihr Leben geurteilt wird und nicht für ihre Rechte eintreten. Alassa hingegen hat, seit er in Deutschland ist, für seine und die Rechte aller Refugees gekämpft und ist zu einem führenden Vertreter der kämpferischen Flüchtlingsbewegung geworden. Dafür soll er abgestraft werden!

 

Schon einmal hat der deutsche Staat ihn für seinen Kampf nach Italien abgeschoben – jetzt wollen sie es endgültig machen. Derselbe Staat, welcher an der neokolonialen Ausbeutung der Länder Afrikas beteiligt ist und mit mörderischen Regimes wie in der Türkei oder Libyen zusammenarbeitet, Waffen in alle Welt verkauft und damit selbst die Fluchtursachen schafft.

 

Durch seinen Kampf wurde Alassa zur Zielscheibe vieler rechter Kräfte, AfD-Politiker forderten die Todesstrafe für ihn und die BILD-Zeitung diffamierte ihn auf ihrer Titelseite. Deutschland sollte Alassa schützen, anstatt sich in diese Bemühungen gegen ihn einzureihen und seine Zukunft und sein Leben weiter zu zerstören. Offensichtlich ist er den Regierenden ein Dorn im Auge, weil er ihnen im Zusammenhang mit dem Sturm der Polizei auf die Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen unverhältnismäßiges und rechtswidriges Verhalten nachgewiesen hat. Wo kommen wir hin, wenn bürgerliche Politiker auf diese Weise mit Abschiebung Vergeltung üben?

 

Alassa hat sich hier ein neues Leben aufgebaut, lebt und arbeitet hier und gehört zu uns. Das Grundgesetz sagt „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Hier zeigt sich, dass das nur leere Phrasen sind. Was ist mit der Würde von Alassa und all den Geflüchteten, welche aus der Existenz gerissen werden, welche sie sich aufgebaut haben, in Lagern wie Kara Tepe/Moria 2 dahinsiechen oder Opfer illegaler Push-Backs durch Frontex werden? Wo sind ihre Menschenrechte?

 

Wir protestieren aufs Schärfste gegen die Abschiebung unseres Kollegen und werden dem nicht einfach zuschauen! Wir rufen dazu auf, Solidarität mit ihm und allen Betroffenen zu zeigen, gegen diese menschenverachtende Abschiebepraxis zu protestieren und aktiv zu werden.

 

Hände weg von Alassa! Für das Recht auf Flucht!

 

 

Die Belegschaft der Mediengruppe Neuer Weg GmbH




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Verweise

Jetzt reden wir! - Dokumentation des Tribunals „Angeklagt“

Herausgeber: Freundeskreis Alassa & Friends mehr