Leipziger Buchmesse 2018: Verlag Neuer Weg zieht positive Bilanz

Die Leipziger Buchmesse verfehlte den angestrebten Besucherrekord von 300.000 Menschen. Die Bahn war dem Wintereinbruch nicht gewachsen und sperrte am Samstag den Leipziger Hauptbahnhof für den Regional- und Fernverkehr.

 

 

 Leipziger Buchmesse Elvira Dürr

 

Besonders Jugendliche stellten grundlegende Fragen

 

Es war trotzdem viel Publikum da und am Stand des Verlags Neuer Weg war das Interesse an den aktuellen Neuerscheinungen und besonders an den Büchern der MLPD und den weiteren marxistisch-leninistischen Schriften ungebrochen. Einige grundsätzliche Literatur aus der Reihe Revolutionärer Weg und Schriften der Klassiker des Marxismus-Leninismus wechselten die Besitzer. Eine Aktivistin am Stand des VNW berichtete, dass insbesondere Jugendliche grundlegende Fragen stellten: So, dass sie auch der Meinung sind, die kapitalistische Gesellschaftsordnung müsse revolutionär überwunden werden und sich über den Weg dorthin auseinandersetzen wollen.

 

Verlage aufgeschlossen für Zusammenarbeit

 

Das Internationalistische Bündnis stieß auf Interesse und Zustimmung. Es ist aber noch zu wenig bekannt. Auch einige Probeabos für das Rote Fahne Magazin wurden abgeschlossen. Interessant war auch, dass Jugendliche fragten, ob die Vertreterinnen und Vertreter des VNW ihnen eine Orientierung über die vielen Verlage geben können, darunter auch eine Reihe trotzkistische oder von sogenannten Anti-Deutschen. Das Rebellische Musikfestival stößt auf viel Interesse. Aufgeschlossen für das Internationalistische Bündnis und für eine Zusammenarbeit im antifaschistischen Kampf und im Kampf gegen den Rechtsruck der Regierung zeigten sich auch einige Verlage.

 

VNW hat Veranstaltungsprogramm ausgebaut

 

Der Verlag hat heuer sein Programm an Lesungen und Veranstaltungen ausgebaut. Nach der Lesung der Autorin Renate Voß aus ihrem soeben erschienenen autobiographischen Roman „Meine Fahrten nach Klaushagen“ am ersten Messetag, über die Rote Fahne News schon berichtet hat, folgte am Freitag eine Veranstaltung zur Broschüre von Stefan Engel „Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder“ mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.  Andrew Schlüter, Vorsitzender des Landesverbands Ost der MLPD, stellte die Broschüre vor und ordnete sie in die aktuelle Entwicklung ein.

 

Der völkerrechtswidrige Krieg der neuimperialistischen Türkei gegen Rojava war auch auf der Buchmesse allgegenwärtig, stößt auf Empörung und löst Solidarität aus. Das Entstehen neuimperialistischer Länder ist eine Kernfrage zum Verständnis der Situation und der internationalen Entwicklung. In der Diskussion wollten Zuhörer genau wissen, an welchen Merkmalen die Broschüre das Entstehen der neuimperialistischen Länder festmacht. Am Beispiel der Türkei führte Andrew die Entwicklung von Monopolen und des Kapitalexports aus.

 

Marx-Film und tiefgehende Diskussionen

 

Ein Höhepunkt des VNW-Messeauftritts war die Veranstaltung mit dem Film über Karl Marx mit über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie fand in der Alten Spinnerei in Plagwitz statt, ehemals eine der größten Baumwollspinnereien Europas. Eine Druckerei ist dort noch in Betrieb, die Atmosphäre war toll und die Betreiber des Veranstaltungsorts außerordentlich freundlich und aufgeschlossen gegenüber dem Programm des Abends und dem Gesamtprogramm des VNW.

 

Interessant war insbesondere die Diskussion. Ob es die Arbeiterklasse überhaupt noch gibt. Ob man ausgebeutet wird, obwohl einem die Arbeit Freude macht. Eine Ford-Arbeiterin erklärte, dass Ausbeutung ein feststehender wissenschaftlicher Begriff des Marxismus-Leninismus ist. Die Kapitalisten beuten die Ware Arbeitskraft aus und eignen sich den vom Proletariat geschaffenen Mehrwert an. Wie sich die Arbeiter dabei fühlen, ist eine andere (wichtige) Frage. Viele Arbeiterkämpfe auf der Welt werden um die Würde der Arbeiter geführt. Eine Besucherin warf ein, dass Arbeit ein menschliches Grundbedürfnis ist. Damit war die Diskussion beim kommunistischen Freiheitsideal angelangt.

 

„Heart’s Fear – Geschichten von Armut und Ausgrenzung“

 

Am Samstag fand dann die letzte Veranstaltung des Verlag Neuer Weg auf der Leipziger Buchmesse statt. Bettina Kenter-Götte las mit viel Elan und Lebendigkeit aus ihrem Buch „Heart’s Fear – Geschichten von Armut und Ausgrenzung“. Angesichts der Äußerungen des frisch installierten Gesundheitsministers Spahn hochbrisant. Bei den zitierten Äußerungen von bürgerlichen Politikern lief es manchen der 60 Anwesenden kalt den Rücken runter. Frau Kenter-Götte setzt sich energisch gegen Hartz IV und Armut ein, und fordert eine „#metoo“-Bewegung gegen Armut.

 

Faschistische Verlage gehören verboten

 

Carsten Zimmer, Leiter des Verlag Neuer Weg, forderte die Anwesenden auf, sich nicht in Arbeitende und Arbeitslose spalten zu lassen. Dass wir Meinungsfreiheit auf antifaschistischer Grundlage brauchen, wo faschistische Verlage verboten gehören, und der kurdische Mezopotamien-Verlag unsere volle Solidarität verdient.

 

Alles in allem war das Auftreten des Verlag Neuer Weg erfolgreich und begeisterte nicht nur die Verlagsvertreterinnen und -vertreter.  

 

 

(entnommen aus rf-news vom 20.2.2018)

Artikelaktionen

Verweise

Buchlesungen von Bettina Kenter-Götte zu ihrem Buch "Heart's Fear - Geschichten von Armut und Ausgrenzung"

Hier Termine von Lesungen der Autorin zu dem neuen Buch "Heart's Fear - Geschichten von Armut und Ausgrenzung". mehr

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