Nr.23/03 06.06.2003: "Götterdämmerung über der ,neuen Weltordnung`" - ragt heraus in der Globalisierungsdebatte

Buchempfehlung, geschrieben für die Kulturseite der "Saarbrücker Zeitung".

Saarbrücken (Korrespondenz):Mit diesem Buch mit dem Untertitel "Die Neuorganisation der internationalen Produktion" greift der Autor Stefan Engel in die breit gefächerte Globalisierungsdiskussion ein. Wer hier müde abwinkt, dem sei gesagt: Dieses Buch stellt alles in den Schatten, was an herkömmlichen Schriften zu diesem Thema bereits veröffentlicht wurde. Warum? Nun, hier geht es nicht nur um die Untersuchung einzelner Seiten, einzelner Erscheinungen der Entwicklung zu einer weltweit organisierten Produktionstätigkeit und ihrer Konsequenzen. Hier geht es ums Ganze. Immerhin kommt Stefan Engel zur Konsequenz: "Die Neuorganisation der internationalen Produktion leitet eine neue Stufe in der Entwicklung des Imperialismus ein." So ist diese Schrift auch ein entscheidender Beitrag in der gegenwärtigen Imperialismus-Debatte.

Ein weiteres Plus: Die Analyse bleibt nicht bei der berechtigten Kritik an den Konsequenzen dieser neuen Stufe des Imperialismus stehen, der sich verschärfenden Kriegsgefahr, der Unterordnung ganzer Länder unter das Diktat einiger Übermonopole, der zerstörenden Kraft und der Krisenhaftigkeit des imperialistischen Systems. Mit strenger Wissenschaftlichkeit arbeitet der Autor heraus, wie in dieser weltweiten Zuspitzung aller wesentlichen Widersprüche bis aufs Äußerste die Perspektive der vereinigten sozialistischen Staaten der Welt heranwächst. Mit dieser Dialektik steht der Autor ganz in der Tradition von Marx, Engels und Lenin. Der dem Marxismus-Leninismus skeptisch gegenüberstehende Leser wird überrascht sein, mit welcher Klarheit, Perspektive, Wissenschaftlichkeit und Engagement die brennenden Fragen der heutigen Zeit hier verarbeitet werden. Der Marxismus-Leninismus - eine höchst lebendige Angelegenheit - wer hätte das gedacht.

Das Buch zieht einen in seinen Bann. Ist erst einmal die Hürde der kompakten Einleitung überwunden, wird man in gut verständlicher Sprache in eine allseitige Untersuchung der politischen Ökonomie, der neuen Stufe des Imperialismus und seiner Weltkrise, der gesellschaftlichen Perspektive geführt. In jedem Kapital darf der Leser auf Überraschungen gefasst sein und wird zur kritischen Überprüfung seiner bisherigen Sichtweise angehalten. Wer hätte z.B. gedacht, dass sich das harmlos als Entwicklungsland gebende China zu einem imperialistischen Konkurrenten im Weltmaßstab mausert.

Die Untersuchung wird mit sehr übersichtlichen Schaubildern ergänzt. Selten wird man mit solchem Interesse die zahlreichen sorgfältig zusammengestellten Tabellen studieren, in denen es immer wieder Neues zu entdecken gilt.

Als bemerkenswert ist schließlich herauszuheben, dass niemand beim Studium des Buches allein gelassen wird. So organisiert das Arbeiterbildungszentrum e.V. Studienseminare (siehe S. 21), in vielen Städten, wie in Saarbrücken, werden öffentliche Studiengruppen organisiert, und auf einer eigens eingerichteten Homepage kann in die Diskussion eingegriffen werden.

Selten waren 27 Euro so gut angelegt.

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Details

Buchausgabe

592 Seiten
Preis Taschenbuch: 14,80 Euro

ISBN: 978-3-88021-357-9


Preis Hardcover: 27 Euro

ISBN: 978-3-88021-340-1

 

im Paket mit CD-Rom
Preis: 45,00 Euro

 

E-Book
Preis: 11,99 Euro

ISBN: 978-3-88021-424-8


Vorwort

Einleitung

Inhaltsverzeichnis

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