Vorwort

Zwei Menschen machen sich im hohen Alter die Mühe, wichtige Stationen ihres ereignisreichen Lebens aufzuschreiben. Es entsteht eine ungewöhnliche Doppel Autobiografie von “zweien, die zurück und gleichzeitig in die Zukunft schauen”
Beide erlebten als Kinder und Jugendliche intensiv Geschichte: die Zustande der Weimarer Republik, die zu ihrem Ende hin vor allem gekennzeichnet war durch die rapide Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation, durch wachsende Massenarbeitslosigkeit und eine rasche Zuspitzung der politischen Lage. Es kam zu einem Wettlauf der revolutionären und faschistischen Kräfte und die Entwicklung steuerte auf eine revolutionäre Situation hin. Mit massiver Unterstützung des Großkapitals und breitet faschistischer Demagogie gelang es jedoch dem Hitler-Faschismus 1933 die Macht zu ergreifen, seine Terrorherrschaft zu errichten und später den II. Weltkrieg zu entfachen. Hannes Dening war als Kind aktiver Antifaschisten in früher Jugend in die selbstlose, lebensgefährliche Fluchthilfe für verfolgte Juden einbezogen.
ln den 1950er Jahren wurden die grüßen Friedenshoffnungen der Bevölkerung durch die Remilitarisierung unter der Adenauer-Regierung in Westdeutschland zunichte gemacht. Liesel und Hannes Dening zogen den damals eher unüblichen Schluss, mit der ganzen Familie von Westdeutschland in die DDR umzusiedeln, um dort am Aufbau des Sozialismus mithelfen zu können.
Es wurde immer offensichtlicher, dass die DDR-Führung den Weg des Sozialismus verriet, was beide auch zu spüren bekamen: Viele Bürokraten hegegneten ihnen mit Misstrauen. denn dass jemand aus dem Westen freiwillig in die DDR kam, lag außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Aber eine liefe Verbundenheit mit der Idee des Sozialismus ließ die beiden trotz Intrigen und tiefer Enttäuschungen nicht verbittern und zu Antikommunisten werden, sondern ständig weitersuchen und nach der Wende neue politische und persönliche Freunde finden für einen neuen Aufschwung des Kampfes.
Die Wiedervereinigung - Ergebnis der demokratischen Volksbewegung in der DDR und des tiefen Wunsches des ganzen deutschen Volkes nach Überwindung der Spaltung der Nation fand unter der Vorherrschaft des westdeutschen Kapitals statt. So mussten die Menschen mit der Treuhand eine bisher nicht dagewesene „Privatisierung" erleben, konkret: einen Raubzug am Volksvermögen in Höhe von rund 800 Milliarden DM, ein Vorgang, der bisher in der Geschichte seinesgleichen sucht. Das alles galt es zu verarbeiten.
Liesel und Hannes Dening begriffen ihren Lehrerberuf als Verpflichtung, die Kinder zum Positiven zu erziehen und zu formen und gaben selbst ein Vorbild. Sie waren immer „mitten drin". In den konkreten Umständen, Kämpfen und Freuden des täglichen Lebens spiegelt sich eine ganze Gesellschaftsordnung wider. Die Berichte der beiden sind geprägt von der Bereitschaft zu lernen und einer großen Neugier auf das Lehen und seine Zusammenhänge.
So ist das Buch ein besonderes Geschichtsbuch “aus der Perspektive einfacher Menschen”, wie Liesel Dening betont. Es fordert auf, sich nicht mit den herrschenden Zuständen abzufmden. sondern zur Veränderung beizutragen - und dabei auch unbequem zu sein!

Verlag Neuer Weg

September 2006

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Details

210 Seiten

Preis: 9,80 €

ISBN: 978-3-88021-362-3

 

 


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