Bequem waren wir nie - Eine west-ostdeutsche Doppelbiografie
Eigentlich hätten sich Liesel und Hannes Dening ein gut situiertes
Leben als Lehrer aufbauen können. Doch nach den Schrecken von
Naziherrschaft und Krieg waren sie über die Wiederaufrüstung in
Westdeutschland in den 1950er Jahren empört. Sie entschlossen sich für
einen anderen Weg: Fasziniert von der Alternative einer sozialistischen
Gesellschaft siedelten sie mit der ganzen Familie in die DDR über, um
dort beim Aufbau mitzuhelfen. Als die DDR-Führung schließlich den Weg
des Sozialismus verriet, bewahrten sich beide ihren rebellischen Geist,
was ihnen Bespitzelung und Inhaftierung einbrachte. Ihre tiefe
Verbundenheit mit der Idee des Sozialismus ließ sie jedoch diese
Erfahrungen sowie die Wende positiv verarbeiten und ihr Engagement neu
beginnen.
Liesel und Hannes Dening waren „immer mittendrin“,
neugierig auf das Leben und ständig bereit, zu lernen. So ist das Buch
ein besonderes Geschichtsbuch aus der Sicht einfacher Menschen. Es
nimmt den Leser direkt und unkompliziert mit und fordert auf, sich
nicht mit den herrschenden Zuständen abzufinden, sondern zur
Veränderung beizutragen – und dabei auch unbequem zu sein!
Liesel Dening,
Jahrgang 1920, wuchs in Bremen auf und arbeitete als Bürokraft,
Schulhelferin, Lehrerin und Horterzieherin. Für die Erziehung der
gemeinsamen vier Kinder war hauptsächlich sie zuständig. Heute lebt sie
als Rentnerin, weiterhin politisch aktiv, in Naunhof bei Leipzig.
Hannes Dening,
Jahrgang 1922, wuchs in Hamburg-Altona auf und erlebte den II.
Weltkrieg an der Ostfront. Seinen Lehrerberuf übte er bis 1961 aus, als
er auf Grund von Intrigen verhaftet wurde. Danach arbeitete er in
Leipzig als technischer Hilfsarbeiter und im Wachdienst. Von 1975 bis
1991 trainierte er ehrenamtlich viele Judogruppen für Kinder und
Jugendliche. Er starb 1999.

